Dienstag, 13. Januar 2009

Ohne Souvenir

Wenn es am schönsten ist soll man aufhören, sagt man - schwer zu verstehen.

Eine letzte kalte Dusche, ein wenig Bodylotion für die sonnengestresste Haut (ich muss gerochen haben wie ein Baby) und ein letzter Blick aus dem Fenster. Einige Sachen im Gepäck sind noch feucht vom letzen Badegang.
Vor zwei Tagen ist tatsächlich passiert, ich hab mein Geld verloren. Im Seafood Restaurant (mit einem äußerst schwulen Kellner, tut aber nichts zur Sache hier) schon längst bestellt, fehlt das Geld. Nun gut, sollte es nicht immer lose einstecken. Der nächste Bankomat war gleich ein paar Häuser weiter und damit das Problem für diesen Abend gelöst. Später stellte sich heraus, dass ich es in der Badehose hatte und es erst bemerkte, als es schon völlig durchnässt war (spielt bei Geldscheinen, die etwas auf sich halten wenig Rolle). Auf der Rückfahrt meiner zweiten Inseltour querte ich noch einmal auf die karibische Seite und vergnügte mich gemeinsam mit einem Haufen Inder in der Stone Bay bei Wellen, teilweise höher als einen Meter. Den daraus entstehenden Bargeldüberfluss kompensierte ich am Sonntag Morgen (also kurz vor dem Verlassen des Hotels) nicht mit Souvenir Shopping sondern bretterte in einem Höllentempo mit einem Jet-Ski mehrmals zwischen der Store-Bay und dem Pigeon-Point hin und her. Verrückt aber unglaublich spaßig und aufregend. Ein letztes Mal Meerwasser im Gesicht (und nicht zu wenig). Die Entscheidung fiel nicht weiter schwer. Während des Frühstücks unterhielt ich mich mit den zwei Engländern, die ich im Hotel kennengelernt habe. Jane und Donald haben auch irgendwie eine Verbindung zu Tobago - habe es nicht genau verstanden, egal -, die aber die Betreiber der Jet-Skies neben dem Hotel kennen. Donald macht dann auch ein paar Fotos (bin ja sonst nur auf wenigen Selbstauslöser Fotos drauf).
Die Wahl des Hotels, obwohl nur **, war genau richtig. Viele Einheimische verkehren hier und gegen die meisten hübschen Jungs hab ich natürlich Null Chance...
Ein letztes Carib (ich habe die Biere nicht gezählt diese Woche) zum Lunch - eine Mischung aus verschiedenem der kreolischen Küche -, diesmal ohne Fisch. Nein, nicht ganz das letzte, den ich genehmige mir noch eines am Flughafen, nach dem ich bei brütender Hitze schweren Herzens den Schlüssel im Kofferraum gemeinsam mit ein paar TT fürs Benzin und einem kleinen Zettelchen eingesperrt hatte.
Am Flughafen ging es in einer Freilufthalle schon sehr geschäftig zu. Ich kühle mich in einem kleinen SB-Restaurant etwas ab, schließlich hab ich jetzt in den nächsten 24 Stunden keine Gelegenheit zu duschen. Andererseits wäre ein wenig gespeicherte Wärme nicht von Nachteil (in Frankfurt werden minus 15 Grad angekündigt). Wie ein alter Herr, der keinen Stress mehr haben will, war ich einer der Ersten, kurze zeit später entstand eine beträchtliche Schlange.
Ein letztes Mal folge ich dem Lauf der Sonne und genau diesmal versinkt sie vollständig sichtbar wie ein glühende Münze.

Frankfurt wirkte an diesem Montag Mittag nicht so geschäftig. Flughäfen, gerade die großen, sind überhaupt tolle Plätze. Nirgendwo trifft man eine derartige friedliche Fülle an Nationen, Geschichten und Motiven, die bestimmt Welt größte Interessensgemeinschaft. Bei der Anzahl an Reisenden täglich bekommen ja schon fast die Weltreligionen Konkurrenz. Eine kuriose Dichte an Shops mit Luxus und Fastfood. Manchmal unbequem, dann wieder feudal. Für 120 Minuten stand ich auf südamerikanischen Boden. Nach etwa einer halben Stunde Flugzeit war ein Stopp in Isla de Margrita (Venezuela), wo die Maschine gereinigt, betankt, das Catering erneuert und die Crew gewechselt wurde. Genau genommen war das nur ein spezieller Transitbereich für die Reisenden nach Frankfurt. Dort angekommen, rechnete ich schon beim Aussteigen aus dem Flugzeug mit dem Schlimmsten. Doch eher das Gegenteil war der Fall. Der kurze Weg vom Flugzeug zum Autobus bei minus zehn Grad war regelrecht erfrischend. Klare kalte Luft. Scheinbar bin ich doch nicht reif für die Insel..

Ohne Souvenir verließ ich also Tobago und bin ein klein wenig entsetzt. Bei den meisten Angeboten war ich der Meinung, das gefiele niemand (eine meiner typischen Schwächen, mich nicht so recht in die zu beschenkende Person hineinzuversetzen), hätte aber bei so manch anderem Stück Entwicklungshilfe geleistet.

Sonntag, 11. Januar 2009

Abschlußarbeit

Bekanntlich fehlt am Ende jeder Reise die Zeit, die restlichen Punkte abzuhaken, die sich auf der - in meinem Fall imaginären - Liste ansammelten. Erst nach ein paar Tagen ist der Hausgebrauch verstanden und man bewegt sich zielstrebiger, ist nicht mehr so anfällig in eine Touristenfalle zu tappen. Der faule Donnerstag passt nicht zu den vielen Möglichkeiten hier. Richtiges Sightseeing wollte ich ohnehin nicht betreiben und bei der erhöhten akkustichen Belastung (bumbum) muss ja auch einmal ein Erholungstag eingerechnet werden. Die Woche galoppiert ganz schon dahin und für den letzten Tag sind Prioritäten gefragt. Magisch ziehen mich immer die Aussichtspunkte an, die hier äußerst schwer zu finden sind. Einmal nach einer kleinen Steinkirche gefragt wurde mir praktisch die Auskunft verweigert, weil diese ja geschlossen sei. Dass es mir nur um die Aussicht von dort gehe, half dann auch nicht wirklich (ich fand sie trotz Erklärung nicht).
Um halb drei am Freitag war ich dann ordentlich geschafft. Das Tauchen selbst ist ja nicht wirklich anstrengend - ich hatte aber auch um Tauchplätze gebeten, die keine Strömung aufweisen - aber die Materialschlacht vor und nach dem Tauchen erinnert ans Schifahren... Richie, von Maria empfohlen, macht ursprünglich einen unzuverlässigen Eindruck, denn ich musst beim ersten Treffen am Donnerstag Morgen ganz schön warten. Tausendmal entschuldigend, seine Probleme erzählend, vereinbarten wir dann den Freitag und ich bekam meine Refreshlesson. Für solchen technischen Kram hab ich ja ein Elefantengedächtnis und deshalb ging es schon nach fünf Minuten in die Tiefe. In der Store Bay, als ganz in der Nähe, tauchten wir an einer strömungsfreien Stelle der Riffkante entlang bis in eine Tiefe von etwa 10m. Ich wertete es (noch) nicht als absolutes Highlight, den zu sehen gab es das erwartete (das ich auch beim Schnorcheln gesehen hatte). Aber ich war froh, meine Ängste wieder überwunden zu haben und steuerte, meine Lunge als Schwimmblase verwendend, dicht dem Grund entlang und mein Tauchlehrer war sehr zufrieden mit mir.
Der zweite Tauchgang dann in der Mt. Irvin Bay #3 war aber dann das Highlight. Es war allerdings noch anstrengender, weil das Boot von Richie streikte und wir vom Ufer aus ins Wasser gingen. Jetzt bin ich so schon nicht der Leichteste aber die Strecke vom Auto über den heissen Sand mit der vollen Ausrüstung war echt schweißtreibend. Aber ich wurde dafür mit eine weitaus größeren Vielfalt belohnt und dann sah ich auch noch einen riesigen Rochen mit einer geschätzten Spannweite von 1,5 m. Der beobachtete uns genauso aufmerksam wie wir ihn. Später gab es noch das übliche Riffgetier u.a. Muränen, fast einen Meter lang..
Nach fast einer Stunde völliger Entspannung wieder zurück zum Auto fühlte sich dann doppelt anstrengend an.
Später wurde der quasi feuchte Tage noch feucht fröhlich. In einer Bar am Straßenrand traf ich die beiden Norweger wieder und es gesellten sich noch zwei Slowenen zu uns und wir tranken noch vor dem Essen einige Biere und unterhielten uns mit Einheimischen.
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich von Steckmücken verschont geblieben. Als hätten diese sich jedoch abgesprochen holten sie beim Abendessen alle nach und mehr oder weniger unbemerkt unter dem Tisch saugten sie fröhlich dahin.
Am Samstag gab mir Ales (ein Slowene aus Leibach) ein Mittel gegen das Jucken - vielen Dank.
Ein wenig aus Ärger bei der letzten Inselrundfahrt etwas feige gewesen zu sein, und auch weil mir das Autofahren einfach mittlerweile Spaß macht, fahre ich erneut in den Norden, diesmal bis Charlotteville. Bleibe an einigen Punkten stehen, die ich ausgelassen hatte. Diesmal steuerte ich meinen kleinen Mazda auf der Atlantikseite bis Speyside. Treffe dort einen, der schon einmal in Wien war. Nach dem Essen ich Charlotteville nahm ich wieder die wieder sehr abenteuerliche Straße auf der Nordseite der Insel und wieder die Regenwaldstraße Richtung Roxborough. Am Abend fand ich dann in der Hauptstadt noch den lang ersehnten Espresso!
Heute, Sonntag, heißt es die Zelte abbrechen, noch Souvenirs suchen (das ist für mich verdammt schwer). Auf der Uhr sind es ziemlich genau 24 Stunden bis nach Hause. Rechnet man die Zeitverschiebung ab immerhin noch 19. Je etwa drei Stunden Aufenthalt auf der Isla de Margarita und in Frakfurt.

Eine Woche Tobago ist definitiv zu kurz. Also bei nächster Gelegenheit wieder.

Ya Man!

Donnerstag, 8. Januar 2009

Donnerstag, faul

Faul, mit dem Auto zum Strand
zu faul, um zu handeln und eine Liege um 6€ gemietet.
Faul dagelegen und gelesen (Tom Robbins, wirklich gut)
Faul, endlich ein Sonnenuntergang (Leica, zeig was du kannst)
Faul, mit Laptop aufm Balkon (kann man ohneline?)
Faul, Freude auf morgen, Tauchen (mit eigenem Lehrer)
Essen, und dann
eh faul (na, vielleicht noch eine Partie Billard)


ohne Überschrift

Trotz allen Aktivitäten und Erlebnissen fällt es mir schwer zu ignorieren, dass ich alleine unterwegs bin. Der zweite Tag sollte den ersten noch übertreffen - hat er auch dann, in mehrerlei Hinsicht. Positiv wie negativ. Die Bootstour, die ich schon am Tag zuvor gebucht hatte begann genauso schaukelnd wie die am Montag, nur zusätzlich mit viel mehr Leuten und viel Musik. Diesmal besser ausgestattet mit Sun-Protection - zu wenig, wie sich später herausstellt - und der Leica. Es kann durchaus sein dass sich die einzelnen Anbieter dieser Touren nicht nur um die Gäste streiten, sondern auch schwere Konkurrenten im Bezug auf die Schnorchelplätze sind. Das Buccoo Reef ist ja riesig und bei meinem zweiten Versuch ein wenig zu Schnorcheln hing ich an der Rettungsleine hinter dem Boot, wo die Wellen geglättet waren und die Gefahr Wasser zu schlucken nicht sehr groß war. Ruhiger atmend, einfach eine Stelle länger beobachtend waren dann bedeutend mehr Entdeckungen zu machen. Nach mehreren Stopps drehte das Boot auf die Landzunge des No Mans Land zu um uns kurz bevor wir aussteigen einen tollen Blick auf die Mangroven der Bon Accord Lagoon zu ermöglichen. Das Wasser in der Lagune war so ruhig, dass man hervorragend in die Tiefe sehen konnte.
Der Strand hatte dann mehr zu bieten als er eigentlich sollte. Rochen schwammen bis auf wenige Meter ans Ufer, und waren genau so schnell wieder verschwunden wie Abfangjäger im Tiefflug. Ganz schön nervig war die ständige Musik. Ich mag ja Musik - aber dauern bumbum, das nervt. Ein Engländer versuchte mit einem toten Fisch die Rochen erneut anzulocken, damit alle, die bei der ersten Annäherung mit der Kamera zu langsam waren (mich eingeschlossen) eine zweite Chance bekämen. Sein Englisch war für mich gut zu verstehen. Bei einem kurze Gespräch stellt sich heraus, dass er aus dem Süden England stammt und bereits zum vierten Mal in Tobago ist und meint, jedes Mal die selben Stingrays, wie er die lautlosen Tiefflieger nennt, antrifft.
Ich vertreibe mir die Zeit mit Baden und beobachten der Natur. Jene, die mich kennen, wissen welche Geduld ich dabei aufbringen kann und an diesem Tag führte diese zu einem Sonnenbrand. Na sehr super. Zu feig, jemand zu bitten mir den Rücken einzucremen war dieser kaum geschützt. Zwischendurch einmal gefragt, ob ich den Tag genieße, log ich ein wenig...
Etwas abseits, war es ruhiger, die Boxen des krächzenden Autoradios strahlten den Reggae in eine andere Richtung. Jeder hat so seinen Maßstab für "Havin' a good time". Abends blieb ich nach der Rückfahrt kurz im Auto sitzen und genoss die Ruhe.
Ein phantastisches Abendessen bekam ich dann beim zweiten Versuch im "Watermill Restaurant" (aber leider keinen Kaffee). Richtig feudal, mit einem Kellner, der beim Einschenken des Minerals die linke Hand am Rücken hält. Ohne auf den Preis zu achten bestellte ich eine mit einem Krabbencocktail gefüllte Avocado als Vorspeise und gegrillten Fisch im Hauptgang. Wunderschön dekoriert schmeckte es noch einmal besser.

Auf der Suche nach einem ruhigen Platz bin ich dann am nächsten Tag fast die ganze Insel abgefahren. Ohne ein wirkliches Ziel nahm ich die Straße auf der Nordküste die Straße Richtung Plymouth. In dem kleinen Ort bog ich mehrmals willkürlich links und rechts ab. Vor einzigen Laden, an dem ich vorbeikam, stand ein Pick-Up mit Lautsprechern so groß wie Wagenräder und entsprechend laut entströmte diesen die Musik. Das Ding wäre bestimmt losgefahren, löse man die Handbremse...
Eine kleine Seitenstraße Richtung Nordost sollte mich wieder zurück auf die Hauptstraße bringen. Später stellt sich heraus, es war die Hauptstraße, die sich abenteuerlich durch die Hügel und der Küste entlang schlängelt. Kaum mehr als 40 km/h sind auf der kurvenreichen Straße möglich. Ein zeitlang wurde ich von einem Laster regelrecht verfolgt, den ich bereitwillig bei nächster Gelegenheit überholen ließ. Konnte nicht schneller fahren, sonst würden ich ja auch nicht die Gegend betrachten können. Immer weiter Richtung Bloody Bay rückte auch der Dschungel immer näher an die Straße, die durchgehend asphaltiert immer wieder gemeine Schlaglöcher aufwies. Die wenigen Ortschaften bestehen nur aus ein paar Häuser oder Hütten, die fast ausschließlich auf Stützen gebaut sind weil es in dem Teil der Insel kaum ebene Flächen gibt.
Bei der Überquerung der Insel nach Süden, Richtung Oberlauf des Bloody Bay Rivers fand ich im wahrsten Sinne des Wortes den Regenwald. Dicke Regentropfen begleiteten mich einige Kilometer und bleibe gerne im Auto. Auf der Südseite, schon wieder steil bergab, hielt ich an und inhalierte den Atem des Dschungels. Der eindeutig ärmere Teil der Insel ist der Nordosten. Wenige Autos sind unterwegs und während der Pause von etwa 30 Minuten war es - abgesehen von den tierischen Lauten - absolut still. Einen letzten Halt mache ich in Spyside mit einem herrlichen Blick auf Little Tobago. Von einer Bucht zur nächsten ist der Rückweg nicht weniger kurvenreich, aber ungleich dichter besiedelt. Viel spielt sich direkt neben der Straße ab und vor den Minimarkets, die meist kleiner sind als bei uns eine Trafik, sitzen ein paar Leute.

Und ich feige Nuss bleib kaum stehen um Fotos zu machen. Hätt ja auch den Verkehr aufgehalten. Naja, vielleicht ein anderes Mal, die anderen machen das ja auch.

Suchrätsel Auflösung


Krabbe beim futtern (ca. 1 cm groß) - - sehr scheu

Mittwoch, 7. Januar 2009

Impressionen 3



...wie gesagt, da kann schon einer Probleme haben..













Conrado Beach Ressor (mein Hotel) von der Seeseite aus








Pigeon Point









28 °C











Mangrovenwald in der Bon Accord Lagoon

Impressionen 2


Suchrätsel










echt gute Location für ein Foto Shooting

Impressionen 1

Mein erstes Tobago Essen. Naja ein Bild für den Katalog ist es nicht...












Steel-Drum an der Sunday-School in der Buccoo-Bay











Blickaus dem Hotelfenster...













Matrose in Badekleidung (man beachte den Hosenbund)












Sandbank auf der Innenseite des Buccoo Reefs

Dienstag, 6. Januar 2009

Wait to be seated

Jetzt, es ist erst Montag Abend, ist schon einiges geschehen. Während ich mir den Fang des Tages servieren lasse (oh, wie das klingt) kann ich schon das erste Resümee ziehen.
Hätte ich gewusst, dass in meiner Unterkunft amerikanisches Frühstück serviert wird, wäre die Vorfreude noch größer gewesen. Gerade im Urlaub, wo ich tagsüber mehr Energie verbrauche als üblich mag ich morgens deftig essen. Direkt am Meer, den Pelikanen und Seeschwalben beim Fischen zuschauend, begann der Tag angenehm spät. Nach österreichischer Zeit wäre es bereits Mittag gewesen. Auf der Frühstücksterrasse sprach mich Joe an, ein groß gewachsener, kahlköpfiger Mann, dessen Stimme so rau und tief war, wie seine Haut dunkel. Das könnte man jetzt wieder so oder so verstehen. Er bot mir eine Tour ans Riff mit einem Glasbodenboot an- schnorcheln inklusive. Noch war ich nicht schnell genug mit der Umrechnung der hiesigen Währung (T&T Dollar, TiTi genannt) und ich war leicht zu überreden ein Ticket zu lösen. Ein derartiger Trip stand sowieso auf meiner imaginären Liste. Der Treffpunkt war ganz in der Nähe und die Abfahrt der etwa zweieinhalb stündigen Fahrt war bereits um elf Uhr.
An der vereinbarten Stelle war dann weder eine Anlegestelle noch ein gewisser Ronny anzutreffen. Vielleicht sind hier alle Tage länger als 24 Stunden? Die Uhren gehen anders. Später stellte sich heraus, dass ich genau richtig war, denn Ronny schlief unter einem Baum (wahrscheinlich war er länger als ich bei der Sunday School in der Buccoo Bay gestern) und Einsteigen war nur durchs Wasser möglich. Das Boot schaukelte den Wellen entsprechend. Wieder einmal könnte man das so oder so verstehen. Auf offenem Wasser mögen Wellen mit geschätzt einem schwachen Meter keine besondere Rolle spielen, wenn sich diese jedoch am Strand brechen und man vom Wasser aus mit den trocken Sachen, hoch über sich haltend in den schaukelnden Bretterverschlag (etwas übertrieben) steigen muss, hat so mancher Probleme. Zum Glück hatte das Boot - wie alle anderen auch - ein Sonnendeck, UNTER das ich mich mangels Sonnencreme verkriechen kann. Dieses Problem ließ sich dann durch Anfreunden mit Norwegern und ein wenig Creme schnorren lösen.
Die Tour selbst war eher unspektakulär (wie vermutlich alle anderen auch, denn einige Boote waren in immer in unmittelbarer Nähe). An der Stelle, wo die etwas kürzeren Ausfahrten ankern, sind nur wenige Korallen- und Fischarten zu beobachten. Außerdem ist mir das Schnorcheln nicht so wirklich geheuer. Durch den dünnen Schnorchel kann man meiner Meinung nach nicht vernünftig atmen. Wenn man kurz atmen besteht zwar kaum Gefahr, Wasser zu schlucken (und das Salzwasser hier ist besonders - mir fällt kein besseres Wort als grauslich ein - nicht verschmutzt, es ist eigentlich glasklar aber eben Salzwasser), dafür kann Sauerstoffmangel entstehen. Atmet man dagegen tief ist die Ladung Wasser, die man abbekommt ganz schön groß. Irgendwas mache ich falsch. Beim Tauchen mit Gerät ist das ganz was anderes. Kommt noch. Hoffentlich.
Die erste Meeres Erfahrung ist also gemacht. Das Wasser ist wunderbar warm und nachdem sich auch überall Fischer bewegen, Einheimische an den Stränden baden kann man auf Tobago nicht wirklich von Massentourismus sprechen.
Zurück im Hotel esse ich eine kleine Portion Fish'n'chips, sehr lecker.
Am Nachmittag war ich erfolglos auf der Suche nach einer guten Tasse Kaffee. In den vielen Lokalen, die es hier gibt dominieren selbstredend die Kühlschränke und all ihre Verwandten. Ganz in der Nähe gibt es ein Luxus-Hotel. Morgen werde ich es dort versuchen.
Die Suche brachte mich nicht zufällig nach Scarborough, der Hauptstadt der Insel. Ich geriet in die Rushhour und verpasste so den geplanten Gang zur Bank. Auch ans Tanken war nicht wirklich zu denken, die Schlange vor den Zapfsäulen sorgte für Stau auf der Straße.
Die verwinkelten Straßen - und der alte Ortskern kann nicht verleugnen, dass er aus der Kolonialzeit stammt - abseits des Hafens bringen mich bis zum Fort King George, einer alten Festungsanlage. Ausblick. Museum (fast zu). Rostige Kanonen. Riesige Bäume.
Bevor ich den Rückweg beginne, drehe ich im Ort noch einmal eine weiter erfolglose Runde, vorbei an unzähligen Shops und Autostoppern. Etwas enttäuscht biege ich kurz nach dem Ortsende rechts ab um übers Hinterland und dem Signal Point (der als solcher nicht zu erkennen war) zurückzufahren.
Pech hatte ich dann später auch mit Auswahl des Restaurants für das Abendessen. Das Watermill Restaurant wird gelobt, war aber geschlossen und ich konnte nicht erkennen, ob das nur temporär war. Vielleicht versuche ich es an einem anderen Tag noch einmal (und wenn mich nicht alles täuscht, stand am Schild "Restauran & Cafe"!).
Ein Wächter an einer Hoteleinfahrt betätigte sich dann als Informant. Iguana heißt das Lokal, ein Restaurant und CAFE. Am Eingang stand "Wait to be seatet" doch ich musste nicht warten, denn das Lokal war fast leer. Ich hatte bis jetzt noch nie Delphin gegessen und irgendwie kam mir das auch seltsam vor, der "Catch of the Day" war allerdings sehr gut und nicht besonders teuer.
Der schlechten Straßenbeleuchtung wegen stürzte ich beim Verlassen des Restaurants in einen kleinen Wassergraben neben dem Gehsteig - es ist ja niemals das Bier schuld. Damit die sich kleine Schürfwunde nicht entzündet, lies ich mich von Maria verarzten. Sie ist wirklich um das Wohl ihrer Gäste bemüht.
Durch ein weiteres Bier - ein herrlich kaltes Carib Lager - ein wenig Matsch im Kopf lies ich mich noch mit dem Souvenirverkäufer Martin - keine Ahnung wo der plötzlich herkam - auf eine Partie Billard ein, die ich dann (nur knapp) verlor. Eine Revanche ist bereits vereinbart. Glaube nicht, das mir in dieser Woche langweilig wird.

Montag, 5. Januar 2009

Heiß kalt heiß kalt heiß kalt..

Die Verbreitung der Klimaanlagen ist Fluch und Segen zugleich. Nach der Landung parkt sich die Boeing 767 vor dem Flughafengebäude ein, das kaum größer als das Flugzeug ist. Zum aussteigen durften sowohl die vordere und hintere Luke verwendet werden. Noch während die meisten Passagiere noch an Bord waren (bzw. bleiben, den das Flugzeug fliegt noch weiter nach 'Isla de Margarita', Venezuela) wehte die tropische Luft durch das Flugzeug und verdrängte die unangenehm trockene Luft. Und die Gangway führt gerade auf den vom Tag heissen Beton.
Der Papst würde an dieser Stelle den Boden küssen.

Ein kleiner Fussmarsch bringt uns dann in den klimatisierten Bereich, wo die etwas schwerfälligen Formalitäten erledigt werden. Passkontrolle, Gepäck (vollständig und unversehrt), Zoll. Obwohl wir die entsprechenden Formulare im Flugzeug ausgefüllte hatten, dauerte es in meinem Fall eine Stunde, bis ich dann vor dem Gebäude in der Menge der Wartenden ein großes Schild mit meinem Namen erkannte. Vorbei an allen Angeboten für einen Transport wo auch immer hin, ging ich direkt auf Mr. George zu, der für mich einen kleinen Mazda reserviert hatte. Euphorisch wie ich war, einfach gut angekommen zu sein erledigten wir den Schreibkram im Schein der Kofferraumlampe... Weis gar nicht genau, was ich da unterschrieben habe, und während dessen ist mir wieder heiß geworden.
Natürlich versuchte ich zu aller erst an der falsche Seite einzusteigen. Linksverkehr. Rechts gesteuert. Hier ist es wirklich vorteilhaft, wenn das Getriebe automatisch schaltet. Kaum bin ich um ein paar Ecken gebogen wurde es kalt im Auto. Nun ja.
Die Lobby des Conorado Beach Resorts war dann wiederum nicht klimatisiert. Maria, die Chefin, hat anscheinend ihrer Freundlichkeit entsprechenden Bartwuchs. Das könnte man jetzt so oder so verstehen. Nein, sie ist wirklich ausgesprochen freundlich, ich werde als Geldgeber gebührend behandelt und erhalte die Schlüssel für mein Superior Ocean View Zimmer, in dem es, wie könnte es anders sein: EISKALT war. Abartige 16 Grad sind eingestellt!? Und jeder kann sich vorstellen, wie sich das anfühlt, wenn mann die Balkontüre öffnet und die Luft draußen fast 30 Grad hat..
Kurz nach dem auspacken und einer kleinen Pause saß ich wieder im Auto in Richtung Buccoo Bay "Sunday School". Party Party Party. Ich finde einen freien Platz bei einem Grillstand und bestelle mit zeigen auf Reis, Linsen, Brot und scharf aussehendes Hühnerfleisch. Jetzt kommt auch noch Hitze von innen dazu. Die Luft besteht aus einer Mischung aus Rauch, Meeresluft, Reggae Calypso und Parfum. Hie und da mischt sich dann noch Kannabis dazu und ein paar Abgase der unzähligen Autos, deren Besitzer sich mit ihren Stereoanlagen duellieren.
Ich treffe dann auch noch den Deutschen aus dem Flugzeug. Bei einem Bier tauschen erfahren wir gegenseitig auch unsere Namen. Als Entschuldigung, nicht lange mehr lange bleiben zu wollen kann ich guten Gewissens Müdigkeit angeben. Dieser Tag hat einfach mehr als 24 Stunden.
Bei der Fahrt Richtung Buccoo Bay hab ich auch noch einfach einen der vielen Autostopper mitgenommen, die hier an allen Ecken anzutreffen sind. Es kann ja nichts passieren. Sich mit diesem richtigen Tobagonier zu unterhalten war extrem schwierig, weil der praktisch nur Kreolisch sprach. So habe ich zwar freundlich genickt, wie ich seinen Namen erfahren habe, den aber auch gleich gar nicht verstanden. Kurz bevor er ausstieg wollte er mir noch Schwarzgeld anbieten obwohl es heißt, dass es keinen Schwarzmarkt gäbe.

Kurz nach Mitternacht - also etwa fünf Uhr Morgens MEZ - endet dann dieser Temperatrurschwankungsparkur.

Sonntag, 4. Januar 2009

Dreisprung

So ganz und gar danben lag ich mit der Annahme, es sei am Sonntag um fünf Uhr früh nichts los. Gut in der U-Bahn (es muss die erste gewesen sein) waren wirklich wenig Leute. Aber beim Anmarsch zum Airport Bus begleiteten mich mehrere potentielle Passagiere und das dumpfe Grollen unserer Trolleys bildete für die Anrainer bestimmt kein angenehmes Konzert. Am Westbahnhof standen so viele Leute, dass um fünf vor fünf ein wenig Nervosität aufkam, als der Bus noch immer nicht da war. Bei minus vier Grad zitterten die Glieder bestimmt nicht nur wegen der Kälte und das Verladen des Gepäcks dauert seine Zeit. Die Verspätung war aber dann bereits am Südbahnhof wieder aufgeholt und dann ging es Schlag auf Schlag. An neuen Self-Check-In Schaltern/Automaten gab es die Bordkarte. Für das Gepäck muss man sich nach wie vor anstellen. Um kurz nach acht Uhr war ich bereits in Frankfurt und dort strömten mehr Menschenmassen als auf der Mariahilfer Straße zu Weihnachten!
Müdigkeit verspüre ich keine. Die Nacht war natürlich entsprechend kurz. Um Mitternacht zwang ich mich ins Bett um mich dann von einer auf die andere Seite zu wälzen. Immer wieder öffne ich die Augen und musste an der Stellung der Sterne feststellen, dass noch kaum Zeit vergangen war. Mit drei gestellten Weckern sollte es doch möglich sein, nicht zu verschlafen. Um zehn Minuten nach vier weckte mich dann schließlich das Mobiltelefon mit dem Ton des Kalenders. So geht's auch,
Auf jeden Fall war es eine unruhige Nacht. Mehrmals stehe ich auf um noch weitere Dinge einzupacken. Die Gedanken im Halbschlaf kreisen um alles Mögliche. Wieder fallen mir vergangene Erlebnisse ein, Erinnerungen an das Gefühl einen neuen Ort zu betreten, ihn zu erkunden, auf fremde Kulturen zu treffen. Mit ein wenig Geld ist das heute ja sehr einfach und trotzdem für jeden aufregend.
In den Träumen, soweit ich mich erinnere, sind immer wieder die bisherigen Erfahrungen eingeflossen. Erfahrung, die Langstreckenflüge betreffen. Von der unglaublichen Enge, dem Fliegen an sich und seinen Gefahren. Immerhin ist es ein Transatlantikflug. Immer wieder schleicht sich bei mir das Gefühl ein, etwas falsch zu machen. Nachdem ich in Frankfurt genügend Zeit hatte, nicht nur um mich zu Orientieren, sondern eben auch frühzeitig einzuchecken, entschied ich mich für einen Gangsitz. Bei einem Langstreckenflug mag das durchaus Sinn machen, niemand stören zu müssen, wenn man einmal aufstehen will. In meinem Fall ist das einfach falsch. Ich kann es doch niemals lassen aus dem Fenster zu schauen. So oft es geht. Und hocken bleiben tue ich üblicherweise auch mehr als meine Sitznachbarn. Diesmal war es nicht so schlimm. Ein aus der Nähe Stuttgart stammender Autohändler (nein, nicht Mercedes, egal) eignet sich gut, um ein Schwätzchen zu halten und die ersten Tobago Insider Informationen einzuholen. Dessen Bekannte ist nach Tobago ausgewandert und betreibt eine Pension... Von ihm erfahre ich, dass an einem ganz bestimmten Strand immer sonntags die so genannte Sunday School veranstaltet wird. Nachdem heute für mich der einzige Sonntag ist, muss ich da hin (schon wird wieder klar, dass die Zeitverschiebung nach Westen für mich kein Problem ist).
Wie mit einem Sportflugzeug erfolgt der Anflug auf Tobago. Offensichtlich ein Anflug nach Sicht, denn in der Linkskurve vor dem Aufsetzen ist in dem schmalen Seeschlitz, der mir zu Verfügung steht, sehr lange die Landebahn in Sicht.

Wie ein Dreisprung also gestaltet sich die Anreise. Bus-Flug-Flug. Der letzte Sprung ist der Größte und endet im Sand um die Weite exakt messen zu können...

Freitag, 2. Januar 2009

Prolog

Jemand, der eine Reise macht hat nicht nur etwas zu erzählen, sondern macht ja auch eine Reise zu sich selbst. In meinem Fall als alleine Reisender, der viel Zeit mit Gedanken verbringt, zwischen dem Genuss der Freiheit, dem Genuss des Abenteuers, in meinem Fall also kommt einfach dazu, dass ich viele Situationen schon erlebt hatte. Schon beim Packen entsteht eine ungewollte Zeitreise. Ich wühle mich durch T-Shirts, Hosen und Hemden. Nicht nur dass ich von letzteren nicht sehr viele besitze, die übrige Kleidung ist fast ausschließlich schwarz. Shirts aus New York, Berlin, oder von Konzerten verströmen den typischen 'schon lange nicht mehr getragen'-Duft. Die Suche nach einer kurzen Hose (die passt) blieb erfolglos. Eine legere Strandhose muss auf jeden Fall mit und zum Bügeln bleibt nur mehr wenig Zeit (und Lust). Die Untersuchung der Stapel jahrelang ungetragener Stücke, die im Kasten ganz hinten liegen, erinnern mich daran, dort einmal auszusortieren. Ab und zu wirbelt ein völlig dehydrierter, glasiger Überrest eines Insekts auf.. Oops, ob das ein Hinweis auf mein angestaubtes Leben ist?
In der Reisetasche wird das Schiwachs gegen die Sonnencreme und die Handschuhe gegen die Sandalen ausgetauscht. Eigentlich verrückt.
Während ich vollkommen ineffizient zwischen der Checkliste, dem vorbereitetem Reisegepäck und den möglichen Orten der fehlenden Utensilien hin- und herlaufe - könnte ja fast als Training gelten - geht die Reise bereits in Gedanken los.
Noch ist die Entscheidung schlafen zu gehen oder durch zu machen nicht gefallen. Fest steht, ich muss um vier Uhr und dreißig Minuten die Wohnung verlassen..

Donnerstag, 1. Januar 2009

Übersicht

Am Beginn dieses Trips ist es wahrscheinlich noch dunkel (und kalt): Am Sonntag (4.1.) fünf Uhr morgens werde ich mir den Flughafenbus nicht mit vielen Fahrgästen teilen müssen. In der ersten Maschine nach Frankfurt (Flug LH 3543 geplanter Abflug 6:30) an diesem Tag ist ein Platz für mich reserviert...
Die mir bis jetzt unbekannte Fluglinie Condor (Flug DE 7110) bringt mich dann in etwa zehn Stunden über den Atlantik. In Tobago angekommen wird mich ein bestimmt freundlicher Herr von KCNN empfangen, um mit mir die Formalitäten der Autoanmietung zu erledigen.
Vielleicht kann ich noch das Ausglühen des Sonnenuntergangs erleben, denn es wird bereits Abend sein (und trotzdem warm), an diesem um sechs Stunden verlängerten Anreisetag.
Von diesem Zeitpunkt bis zum nächsten Sonntag abends gibt es keine weitere Planung und ich werde einfach alles so auf mich wirken lassen, wie es im Augenblick auf mich zukommt.
Wenn alles gut geht sollte ich am 12.1. wieder zu Hause sein.
Mal sehen, ob ich reif für die Insel bin..

Ich freue mich über jeden Kommentar und alle mögen mir nicht böse sein, wenn ich keine anderen Nachrichten schreiben werde (oder kann).

Einleitung

Obwohl ich bei der letzten Fernreise beschlossen hatte, nicht wieder alleine zu verreisen, buchte ich in einer Nacht und Nebel Aktion dieses Kurzabenteuer. Die Vorbereitung sollten zwar schon auf vollen Touren laufen, noch sitze ich aber am Internet, um noch weiter Informationen einzuholen - quasi ja auch Vorbereitung. Ursprünglich wollte ich ja sogar ein Reisebüro um Unterstützung bitten (und auch ein ganz anderes Ziel ansteuern), wurde aber dort enttäuscht und so verging die Zeit und es blieb nur mehr ein wahrscheinlich viel zu kurzer Zeitraum über...
Nun werde ich wieder versuchen einen kleinen Bericht zu hinterlassen, so fern mir der Zugang zum Internet möglich ist.