Die Verbreitung der Klimaanlagen ist Fluch und Segen zugleich. Nach der Landung parkt sich die Boeing 767 vor dem Flughafengebäude ein, das kaum größer als das Flugzeug ist. Zum aussteigen durften sowohl die vordere und hintere Luke verwendet werden. Noch während die meisten Passagiere noch an Bord waren (bzw. bleiben, den das Flugzeug fliegt noch weiter nach 'Isla de Margarita', Venezuela) wehte die tropische Luft durch das Flugzeug und verdrängte die unangenehm trockene Luft. Und die Gangway führt gerade auf den vom Tag heissen Beton.
Der Papst würde an dieser Stelle den Boden küssen.
Ein kleiner Fussmarsch bringt uns dann in den klimatisierten Bereich, wo die etwas schwerfälligen Formalitäten erledigt werden. Passkontrolle, Gepäck (vollständig und unversehrt), Zoll. Obwohl wir die entsprechenden Formulare im Flugzeug ausgefüllte hatten, dauerte es in meinem Fall eine Stunde, bis ich dann vor dem Gebäude in der Menge der Wartenden ein großes Schild mit meinem Namen erkannte. Vorbei an allen Angeboten für einen Transport wo auch immer hin, ging ich direkt auf Mr. George zu, der für mich einen kleinen Mazda reserviert hatte. Euphorisch wie ich war, einfach gut angekommen zu sein erledigten wir den Schreibkram im Schein der Kofferraumlampe... Weis gar nicht genau, was ich da unterschrieben habe, und während dessen ist mir wieder heiß geworden.
Natürlich versuchte ich zu aller erst an der falsche Seite einzusteigen. Linksverkehr. Rechts gesteuert. Hier ist es wirklich vorteilhaft, wenn das Getriebe automatisch schaltet. Kaum bin ich um ein paar Ecken gebogen wurde es kalt im Auto. Nun ja.
Die Lobby des Conorado Beach Resorts war dann wiederum nicht klimatisiert. Maria, die Chefin, hat anscheinend ihrer Freundlichkeit entsprechenden Bartwuchs. Das könnte man jetzt so oder so verstehen. Nein, sie ist wirklich ausgesprochen freundlich, ich werde als Geldgeber gebührend behandelt und erhalte die Schlüssel für mein Superior Ocean View Zimmer, in dem es, wie könnte es anders sein: EISKALT war. Abartige 16 Grad sind eingestellt!? Und jeder kann sich vorstellen, wie sich das anfühlt, wenn mann die Balkontüre öffnet und die Luft draußen fast 30 Grad hat..
Kurz nach dem auspacken und einer kleinen Pause saß ich wieder im Auto in Richtung Buccoo Bay "Sunday School". Party Party Party. Ich finde einen freien Platz bei einem Grillstand und bestelle mit zeigen auf Reis, Linsen, Brot und scharf aussehendes Hühnerfleisch. Jetzt kommt auch noch Hitze von innen dazu. Die Luft besteht aus einer Mischung aus Rauch, Meeresluft, Reggae Calypso und Parfum. Hie und da mischt sich dann noch Kannabis dazu und ein paar Abgase der unzähligen Autos, deren Besitzer sich mit ihren Stereoanlagen duellieren.
Ich treffe dann auch noch den Deutschen aus dem Flugzeug. Bei einem Bier tauschen erfahren wir gegenseitig auch unsere Namen. Als Entschuldigung, nicht lange mehr lange bleiben zu wollen kann ich guten Gewissens Müdigkeit angeben. Dieser Tag hat einfach mehr als 24 Stunden.
Bei der Fahrt Richtung Buccoo Bay hab ich auch noch einfach einen der vielen Autostopper mitgenommen, die hier an allen Ecken anzutreffen sind. Es kann ja nichts passieren. Sich mit diesem richtigen Tobagonier zu unterhalten war extrem schwierig, weil der praktisch nur Kreolisch sprach. So habe ich zwar freundlich genickt, wie ich seinen Namen erfahren habe, den aber auch gleich gar nicht verstanden. Kurz bevor er ausstieg wollte er mir noch Schwarzgeld anbieten obwohl es heißt, dass es keinen Schwarzmarkt gäbe.
Kurz nach Mitternacht - also etwa fünf Uhr Morgens MEZ - endet dann dieser Temperatrurschwankungsparkur.