Jemand, der eine Reise macht hat nicht nur etwas zu erzählen, sondern macht ja auch eine Reise zu sich selbst. In meinem Fall als alleine Reisender, der viel Zeit mit Gedanken verbringt, zwischen dem Genuss der Freiheit, dem Genuss des Abenteuers, in meinem Fall also kommt einfach dazu, dass ich viele Situationen schon erlebt hatte. Schon beim Packen entsteht eine ungewollte Zeitreise. Ich wühle mich durch T-Shirts, Hosen und Hemden. Nicht nur dass ich von letzteren nicht sehr viele besitze, die übrige Kleidung ist fast ausschließlich schwarz. Shirts aus New York, Berlin, oder von Konzerten verströmen den typischen 'schon lange nicht mehr getragen'-Duft. Die Suche nach einer kurzen Hose (die passt) blieb erfolglos. Eine legere Strandhose muss auf jeden Fall mit und zum Bügeln bleibt nur mehr wenig Zeit (und Lust). Die Untersuchung der Stapel jahrelang ungetragener Stücke, die im Kasten ganz hinten liegen, erinnern mich daran, dort einmal auszusortieren. Ab und zu wirbelt ein völlig dehydrierter, glasiger Überrest eines Insekts auf.. Oops, ob das ein Hinweis auf mein angestaubtes Leben ist?
In der Reisetasche wird das Schiwachs gegen die Sonnencreme und die Handschuhe gegen die Sandalen ausgetauscht. Eigentlich verrückt.
Während ich vollkommen ineffizient zwischen der Checkliste, dem vorbereitetem Reisegepäck und den möglichen Orten der fehlenden Utensilien hin- und herlaufe - könnte ja fast als Training gelten - geht die Reise bereits in Gedanken los.
Noch ist die Entscheidung schlafen zu gehen oder durch zu machen nicht gefallen. Fest steht, ich muss um vier Uhr und dreißig Minuten die Wohnung verlassen..