Bekanntlich fehlt am Ende jeder Reise die Zeit, die restlichen Punkte abzuhaken, die sich auf der - in meinem Fall imaginären - Liste ansammelten. Erst nach ein paar Tagen ist der Hausgebrauch verstanden und man bewegt sich zielstrebiger, ist nicht mehr so anfällig in eine Touristenfalle zu tappen. Der faule Donnerstag passt nicht zu den vielen Möglichkeiten hier. Richtiges Sightseeing wollte ich ohnehin nicht betreiben und bei der erhöhten akkustichen Belastung (bumbum) muss ja auch einmal ein Erholungstag eingerechnet werden. Die Woche galoppiert ganz schon dahin und für den letzten Tag sind Prioritäten gefragt. Magisch ziehen mich immer die Aussichtspunkte an, die hier äußerst schwer zu finden sind. Einmal nach einer kleinen Steinkirche gefragt wurde mir praktisch die Auskunft verweigert, weil diese ja geschlossen sei. Dass es mir nur um die Aussicht von dort gehe, half dann auch nicht wirklich (ich fand sie trotz Erklärung nicht).
Um halb drei am Freitag war ich dann ordentlich geschafft. Das Tauchen selbst ist ja nicht wirklich anstrengend - ich hatte aber auch um Tauchplätze gebeten, die keine Strömung aufweisen - aber die Materialschlacht vor und nach dem Tauchen erinnert ans Schifahren... Richie, von Maria empfohlen, macht ursprünglich einen unzuverlässigen Eindruck, denn ich musst beim ersten Treffen am Donnerstag Morgen ganz schön warten. Tausendmal entschuldigend, seine Probleme erzählend, vereinbarten wir dann den Freitag und ich bekam meine Refreshlesson. Für solchen technischen Kram hab ich ja ein Elefantengedächtnis und deshalb ging es schon nach fünf Minuten in die Tiefe. In der Store Bay, als ganz in der Nähe, tauchten wir an einer strömungsfreien Stelle der Riffkante entlang bis in eine Tiefe von etwa 10m. Ich wertete es (noch) nicht als absolutes Highlight, den zu sehen gab es das erwartete (das ich auch beim Schnorcheln gesehen hatte). Aber ich war froh, meine Ängste wieder überwunden zu haben und steuerte, meine Lunge als Schwimmblase verwendend, dicht dem Grund entlang und mein Tauchlehrer war sehr zufrieden mit mir.
Der zweite Tauchgang dann in der Mt. Irvin Bay #3 war aber dann das Highlight. Es war allerdings noch anstrengender, weil das Boot von Richie streikte und wir vom Ufer aus ins Wasser gingen. Jetzt bin ich so schon nicht der Leichteste aber die Strecke vom Auto über den heissen Sand mit der vollen Ausrüstung war echt schweißtreibend. Aber ich wurde dafür mit eine weitaus größeren Vielfalt belohnt und dann sah ich auch noch einen riesigen Rochen mit einer geschätzten Spannweite von 1,5 m. Der beobachtete uns genauso aufmerksam wie wir ihn. Später gab es noch das übliche Riffgetier u.a. Muränen, fast einen Meter lang..
Nach fast einer Stunde völliger Entspannung wieder zurück zum Auto fühlte sich dann doppelt anstrengend an.
Später wurde der quasi feuchte Tage noch feucht fröhlich. In einer Bar am Straßenrand traf ich die beiden Norweger wieder und es gesellten sich noch zwei Slowenen zu uns und wir tranken noch vor dem Essen einige Biere und unterhielten uns mit Einheimischen.
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich von Steckmücken verschont geblieben. Als hätten diese sich jedoch abgesprochen holten sie beim Abendessen alle nach und mehr oder weniger unbemerkt unter dem Tisch saugten sie fröhlich dahin.
Am Samstag gab mir Ales (ein Slowene aus Leibach) ein Mittel gegen das Jucken - vielen Dank.
Ein wenig aus Ärger bei der letzten Inselrundfahrt etwas feige gewesen zu sein, und auch weil mir das Autofahren einfach mittlerweile Spaß macht, fahre ich erneut in den Norden, diesmal bis Charlotteville. Bleibe an einigen Punkten stehen, die ich ausgelassen hatte. Diesmal steuerte ich meinen kleinen Mazda auf der Atlantikseite bis Speyside. Treffe dort einen, der schon einmal in Wien war. Nach dem Essen ich Charlotteville nahm ich wieder die wieder sehr abenteuerliche Straße auf der Nordseite der Insel und wieder die Regenwaldstraße Richtung Roxborough. Am Abend fand ich dann in der Hauptstadt noch den lang ersehnten Espresso!
Heute, Sonntag, heißt es die Zelte abbrechen, noch Souvenirs suchen (das ist für mich verdammt schwer). Auf der Uhr sind es ziemlich genau 24 Stunden bis nach Hause. Rechnet man die Zeitverschiebung ab immerhin noch 19. Je etwa drei Stunden Aufenthalt auf der Isla de Margarita und in Frakfurt.
Eine Woche Tobago ist definitiv zu kurz. Also bei nächster Gelegenheit wieder.
Ya Man!